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EINTRITT FREI  im Musikinstrumenten-Museum vom 21. April bis 15. Oktober 2017

mit dem Ticket der Oö. Landesgartenschau 2017!


EXPONAT des Monats aus unserem Museum

Trichtergeige (Stroh-Geige)

 

Von der Erfindung des Phonographen durch Thomas Alva Edison im Jahr 1877 bis zur kommerziellen Nutzung der Tonträgertechnik für Schallplatte und Radio waren viele Hindernisse zu überwinden. Eines bestand in der Schwierigkeit, im akustischen Aufnahmeverfahren den ungerichteten Klang von Streichinstrumenten einzufangen, insbesondere wenn – wie im Orchester unvermeidlich – die Musiker in einiger Entfernung zum Aufnahmetrichter platziert waren. Um diesem Problem abzuhelfen erfand Johannes Matthias Augustus Stroh um 1900 in London die nach ihm benannte Stroh-Geige, ein Instrument, das die Schwingungen

der Saiten auf eine Membran überträgt und über einen Schalltrichter verstärkt als gerichteten Schall an die Umgebung abgibt.

Dadurch war es möglich mit der Violine – wie mit einer Trompete – gezielt in Richtung des Aufnahmetrichters zu spielen,

was die Lautstärke des so eingefangenen Tons deutlich verbesserte. Da die Klangqualität der frühen Trichteraufnahmen

ohnehin bescheiden war, fiel der etwas hohle, flötenartige Klang der Phonogeige kaum unangenehm ins Gewicht.

Strohs Werkstatt fiel 1909 an George Evans, der sich im Jahr darauf die Bezeichnung „STROVIOLS“ als Markenzeichen schützen ließ;

aus seiner Produktion stammt unser Instrument, das zusätzlich zum Haupttrichter einen kleinen Trichter für die Tonkontrolle

durch den Spieler aufweist.
Mitte der 1920er Jahre versuchte der Markneukirchener Ingenieur Willy Tiebel eine konstruktive Verbesserung, die 1928 auch

ein neues Patent erhielt. Diese „Tiebel-Radio-System-Violine“ kam jedoch historisch zu spät: Mit der 1925 erfolgten Einführung von Mikrofonen stieg die Aufnahmequalität sprunghaft an, wodurch Phonogeigen obsolet wurden. Heute wird das Instrument noch in gewissen Gegenden Osteuropas sowie gelegentlich in Folk- und Jazz-Musik verwendet.

 

Bewundern Sie dieses einzigartige Instrument im Musikinstrumenten-Museum auf Schloss Kremsegg.

 

 

Kremsegger Festmusik, gewidmet Herrn Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer

Dieter Angerer - Komponist
 

Museumslied "Kommt, lasst uns staunen!"

Dieses Museumslied wurde im Jubiläumsjahr 2016 als besondere Einladung

und Referenz an unsere jugendlichen Gäste aufgenommen.

Petra Linecker - Musik         Waltraud Dorfner - Text

 

 

 

 

21. April bis 15. Oktober 2017

 

Markt - Stift - Schloss

Drei Schauplätze. Drei Erlebnisbereiche. Drei Schwerpunkte

www.kremsmuenster2017.at