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EXPONAT DES MONATS aus unserem Museum

 

Das Basshorn – eine Wiener Spezialität aus der Sammlung Hans Pizka

 

 

Ventilwaldhorn in F (Basshorn)

 

Hersteller: Erste Wiener Productiv / Genossenschaft der Musik Instrumentenmacher / Wien VII Kaiserstraße 55

Wien, 1. Viertel 20. Jh.

4 Drehventile, Aufsteckbogen für F-Stimmung

Inv. Nr. PIZ-INS 027

 

Fotos: © Musica Kremsmünster / Michael Söllner

 

 


Dieses Instrument, unter Wiener Hornisten allgemein „Basshorn“ genannt, zählt zur Gattung der Waldhörner und ist nicht zu verwechseln mit den Basshörnern aus der Familie der Grifflochhörner. Die Entwicklung geht wahrscheinlich auf Josef Schantl (1842-1902) zurück. Schantl war Solohornist der Wiener Philharmoniker und Gründer des berühmten Schantl-Quartetts, das sich auch außerhalb Wiens einen Namen gemacht hatte. Möglicherweise experimentierte er mit dem Wiener Blasinstrumentenmacher Anton Dehmal (1848-1904), der selbst auch ausübender Hornist war. Ein Basshorn aus Dehmals Werkstätte (mit vier Doppelpumpenventilen) wird ebenfalls in der Ausstellung „Wiener Horn“ gezeigt.

 

Diese spezielle Art von – nur in Wien erzeugten – Hörnern ist etwas weiter mensuriert und hat einen größeren Schalltrichter als die damals in Wien gebräuchlichen F-Hörner. Das zusätzliche vierte Quartventil erleichtert zusätzlich das Spielen in der untersten Oktave. Geblasen wird das Basshorn meist von einem Posaunisten auf einem speziellen Hornmundstück, das in der Innenweite an das der Posaune angepasst ist. Darauf verweist auch die oftmalige Notation der Bassstimme im C-Bassschlüssel in Hornensemblenoten. Dies geschah aus praktischen Gründen zur leichteren Lesbarkeit für Posaunisten.

 

 

Ursprünglicher Besitzer dieses Instrumentes war Karl Stiegler (1876-1932), bedeutender Solohornist der Wiener Philharmoniker und Schüler Josef Schantls. Er ergänzte das klassische Hornquartett um eine zusätzliche Stimme zum Quintett um die harmonischen Möglichkeiten erweitern zu können. Dabei lieferte das Basshorn ein gut klingendes Fundament.

 

Bewundern Sie dieses außergewöhnliche Exponat im 3. Stock des Museums.

 

Kremsegger Festmusik, gewidmet Herrn Landeshauptmann a. D. Dr. Josef Pühringer

Dieter Angerer - Komponist
 

Museumslied "Kommt, lasst uns staunen!"

Dieses Museumslied wurde im Jubiläumsjahr 2016 als besondere Einladung

und Referenz an unsere jugendlichen Gäste aufgenommen.

Petra Linecker - Musik         Waltraud Dorfner - Text