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EINTRITT FREI  im Musikinstrumenten-Museum vom 21. April bis 15. Oktober 2017

mit dem Ticket der Oö. Landesgartenschau 2017!


EXPONAT des Monats aus unserem Museum

 

Kaiserlicher Paucker, kolorierter Kupferstich von Monogrammist C. L., 25 x 19 cm, 18. Jahrhundert, Sammlung Streitwieser, ohne Signatur.

 

Der Stich zeigt einen „Kaiserlichen Pauker“ in prächtiger Livree in Ausübung seiner Tätigkeit vor stilisierter urbaner oder höfischer Architektur. Zwei Kesselpauken mit Schmuckbehängen, die den Kaiserlichen Doppeladler zeigen, werden dem Musiker von einem Paukerjungen vorangetragen. Der Pauker selbst zeigt in Gewand und Habitus allerhöchste repräsentative Würde. Der Degen kennzeichnet ihn als Person von „wehrhaftem“ Stand. Federn, Ärmelrüschen, Goldbordüren und goldene Knöpfe zieren seine Kleidung, die von feinster Machart ist. Anders als gewöhnliche Livreen, die als Kleidung für Bedienstete adeliger Geschlechter Macht und Ansehen des jeweiligen Herrenhauses zu repräsentieren hatten, trugen im gesamten Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation die Pauker (und Trompeter) an ihren Uniformen sogenannte „Flügel“. Sie sind hier als wehende Bänder dargestellt, die für gewöhnlich in Schulterhöhe befestigt waren und durch den Gürtel zum Körper gerafft wurden.
Trompeter und Pauker waren in erster Linie Militärangehörige, die mit ihren Instrumenten Signalfunktionen übernahmen, und die als Boten und Parlamentäre das besondere Vertrauen ihrer Offiziere genossen. Ihre ungewöhnliche Dienstkleidung trugen sie in Erinnerung an ihren Patron, den Erzengel Gabriel, „um dadurch anzudeuten, daß, gleichwie der Engel den Gruß an Maria gebracht hat, also auch der Trompeter [und Pauker] mit seinem Instrumente Krieg und Frieden verkündigen soll“ (J. E. Altenburg 1795). Symbolisch wurden die Musiker damit selbst zu Engeln: Als Soldaten auf dem Feld oder als Repräsentanten fürstlicher Macht bei Hofe erhoben sich Trompeter und Pauker über das Alltägliche. Der Klang ihrer Instrumente war daher mehr als nur Signal, Verkündigung oder Unterhaltung: Er verkörperte eine gottgegebene Ordnung, an deren Spitze der Kaiser als höchste weltliche Machtinstanz gesehen wurde.

 

Bewundern Sie dieses einzigartige Exponat in der neuen Bläserausstellung im 2. Stock in der Vitrine F1.

 

 

 

 


Kremsegger Festmusik, gewidmet Herrn Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer

Dieter Angerer - Komponist
 

Museumslied "Kommt, lasst uns staunen!"

Dieses Museumslied wurde im Jubiläumsjahr 2016 als besondere Einladung

und Referenz an unsere jugendlichen Gäste aufgenommen.

Petra Linecker - Musik         Waltraud Dorfner - Text

 

 

 

 

21. April bis 15. Oktober 2017

 

Markt - Stift - Schloss

Drei Schauplätze. Drei Erlebnisbereiche. Drei Schwerpunkte

www.kremsmuenster2017.at